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Geschichte

 

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Die Geschichte des Spielmannszuges Scheuen beginnt, wie dem aufmerksamen Besucher unserer Seiten sicher schon aufgefallen ist, im Jahr 1963!

 

Die Anfänge:

 

Zunächst wurde der Spielmannszug als reiner Jugendzug unter der Betreuung von Georg Schacht und Ernst Schubert gegründet. Die komplette musikalische Ausbildung übernahm Rolf Harwart vom Spielmannszug Eversen. Zu dieser Zeit durften nur Jungen in den Spielmannszug!

 

Während die Flötisten in der Schule lernen durften, übten die Trommler (teilweise noch mit selbstgeschnitzten Trommelstöcken auf Blechdosen!) aus Lärmschutzgründen abseits in einem alten Holzschuppen auf dem Schulhof. Die Grundausstattung der Instrumente wurde vom Vereinsmitglied Kurt Richter gestiftet.

 

Das Zusammenspiel aller Spielleute wurde wohlweislich außerhalb des Ortes auf der Betonstraße zum Reiherberg geprobt. Und auf dieser Straße lernten die Jungen auch das Marschieren. Die erste Tracht des Zuges bestand aus einer Lederhose, die zu dieser Zeit fast jeder Junge hatte, sowie weißem Hemd und Kniestrümpfen.

 

 

 

Der erste Auftritt:

 

So ausgestattet hatte der Spielmannszug Scheuen am 1. Mai 1964 zum Schützenfest im Waldkater seinen ersten öffentlichen Auftritt. Nachdem das „Repertoire“ zu diesem Zeitpunkt einzig und allein aus dem „Schwedenmarsch“ bestand, wurde dieser während des gesamten Umzugs in ständiger Wiederholung gespielt. Unser erster Tambour war Friedhelm Hüsing.

 

 

 

Die weitere Entwicklung:

 

In der folgenden Zeit wurde weiter kräftig geübt und bald kamen als zweiter und dritter Marsch der „Torgauer“ und der „Liebenmarsch“ hinzu. Als Übungsraum stand nun der Heizungskeller der Schule zur Verfügung.

 

Ende 1964 stieß Richard Fabig, den meisten bekannt als „Bubi“, zu unserer Gruppe. Er war bereits als Jugendlicher aktiver Trommler und übernahm im Januar 1965 offiziell die Ausbildung und Leitung des Zuges. Er hatte das Gespür, den Spielmannszug zu einem Ganzen zusammenzuschweißen und traf seine Entscheidungen stets mit Herz und Verstand und dem richtigen Unterton.

 

Neben Auftritten bei den Schützenfesten in Groß Hehlen und Ahnsbeck nahmen wir auch erstmals am Kreisspielmannszugtreffen teil; hierfür wurde „Preußens Gloria“ neu einstudiert. Die Tracht wird jetzt durch Boleros erweitert, schon kurze Zeit später werden die Lederhosen durch lange schwarze Hosen ersetzt.

 

 

 

Die ersten Mädchen:

 

Nach ersten erfolglosen Versuchen seitens der Mädchen erfolgte 1967 der erfolgreiche Vorstoß von Ute Rohde und Sigrid Manegold, unserer amtierenden Stabführerin. Kurze Zeit später sicherten sich auch Gabriele Pieper und Karin Gröning ihren festen Platz im Spielmannszug. Allmählich werden damit die Köpfe und damit auch der Weg frei, für ein grundsätzliches Umdenken.

 

 

 

1973 - Das erste Jubiläum:

 

Zum 10. Geburtstag des Spielmannszuges haben sich die Spielleute einiges einfallen lassen. Den Auftakt bildete das Osterfeuer bei Bahrs in der Sandkuhle, am Gemeinschaftshaus ging es in freudiger Erwartung und mit Musik durch’s Dorf. Die englischen Pfadfinder, eine befreundete Gruppe der Schützenjugend, waren auch dabei. Als wir an der Sandkuhle eintrafen, war die Enttäuschung jedoch groß, denn entgegen der Absprache brannte das Feuer schon. Somit war dies gleichzeitig das erste und letzte Osterfeuer des Spielmannszugs.

 

Während des Schützenfestes wurde in diesem Jahr auch unsere von Gerhard Lorrek gestiftete Standarte geweiht.

 

Im Herbst wurde dann fast drei Tage lang gefeiert! Den „Startschuss“ für das Wochenende der „Aktion Sorgenkind“ (jetzt „Aktion Mensch“) gab ein großes Feuerwerk. Am nächsten Tag folgte das Kinderfest der ortsansässigen Vereine und Verbände, unter Federführung der Feuerwehr, und am Abend wurde auf dem Festball im Zelt getanzt.

 

Am Sonntag folgte der Höhepunkt für die Spielleute: Die kleine „Musikschau“ mit den Spielmannszügen Wietzenbruch, Vorwerk, Groß Hehlen und Garßen, dem Fanfarenzug Winsen und der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lachendorf war ein großer Erfolg und am Ende wurden der „Aktion Sorgenkind“ über 1.800,00 DM gespendet.

 

Im Jahr 1973 verzeichnete der Spielmannszug mit 63 aktiven Spielleuten auch seinen höchsten Mitgliederbestand. Diese Mitgliederzahl, sank und schwankte in den folgenden Jahren und blieb bis heute unerreicht.

 

 

 

Ein ereignisreiches Jahr 1978:

 

Aufgrund der sinkenden Mitgliederzahlen wurden 1978 auch Kinder aus Hustedt aufgenommen, hierzu wurde ein zusätzlicher, wöchentlicher Übungsabend im Nachbarort eingerichtet. Die Entfernung zwischen den Orten und die damit verbundenen Transportprobleme führten jedoch dazu, dass diese Kinder nach und nach wieder austraten.

 

Schon seit einigen Jahren feierten die Spielleute, teilweise gemeinsam mit der Schützenjugend, Kappen- und Kostümfeste. 1978 wurden dazu erstmals alle Scheuener Kinder eingeladen. Der neue Schlachtruf „Scheuen Ahoi“ erschall aus den Kinderkehlen und mit dem 1. Scheuener Faschingsprinzen Frank Kramer und seinem Gefolge tanzten und spielten die Kinder fröhlich und ausgelassen. Diese Veranstaltung wird bis heute jährlich durchgeführt und erfreut sich auch nach über 25 Jahren immer noch großer Beliebtheit.

 

Dieses Jahr war auch schon wieder ein Jubiläumsjahr, denn der Schützenverein wurde 25 Jahre alt und den Spielmannszug gab es jetzt schon seit 15 Jahren. Aus diesem Anlass wurde das Kreismusikfest in Scheuen veranstaltet. Der Festumzug wurde in Art eines Sternmarsches durchgeführt. Die 17 teilnehmenden Spielzüge zogen von sechs Punkten aus durch den Ort und ganz Scheuen lag unter einer Musikglocke. Bei dem Bühnenspiel fand eine verdeckte Bewertung statt, um den Zügen ihren Leistungsstand zu zeigen und zu neuen Leistungen anzuspornen. Das abendliche Feuerwerk ließ einen Tag zu Ende gehen, der nur durch starken Einsatz und mit großem Kraftaufwand vieler Mitglieder zu bewältigen war.

 

 

Die musikalische Weiterentwicklung:

 

Anfang der 80er Jahre begann in unserem Spielmannszug eine Entwicklung zu mehr Musik mit Unterhaltungswert, so wurde 1981 der „Radler“ einstudiert. Zum 20. Jubiläum wurde neben dem klassischen Militärmarsch „Gruß an Kiel“ auch das „Seemannsliederpotpourri“ präsentiert.

 

 

 

Der Fanfarenzug Winsen und wir:

 

Im April 1984 veranstalten wir zusammen mit dem Fanfarenzug Winsen ein Konzert im Soldatenheim Scheuen. Wir fühlen uns schon lange mit den Winsenern verbunden und dieses Konzert bildete einen der Höhepunkte unserer Freundschaft. Diese Freundschaft wurde zu dieser Zeit besonders durch die beiden Stabführer Günter Mönnich und Bubi Fabig geprägt. In den folgenden Jahren schlossen sich noch zahlreiche gemeinsame Auftritte an, unter anderem bei den „Schlosskonzerten“ in Celle, und festigten eine Freundschaft, die bis zum heutigen Tage ungebrochen ist.

 

 

 

Silbernes Jubiläum:

 

Die Planungen zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 1988 begannen schon Ende 1986.

 

Das Jubiläumsjahr wurde mit einer großen Faschingsparty eröffnet. Während des Schützenfestes erhielt jedes Spielmannszugmitglied die Jubiläumsnadel und die Spielleute machten ihrem Stabführer ein besonderes Geschenk: wir hatten unter größtmöglicher Geheimhaltung und unter abenteuerlichsten Bedingungen den Marsch „Alte Kameraden“ eingespielt. So wurde Bubi an diesem Abend klar, warum die anderen Spielleute die vergangenen Übungsabende schon fast fluchtartig verlassen haben.

 

Abgeschlossen wurde das Jubiläumsjahr im Herbst mit einem gut besuchten Ball im Soldatenheim.

 

 

 

Endlich! Neue Uniformen!

 

Viele Jahre wurde für neue Uniformjacken gespart und 1992 war es dann soweit. Mit Hilfe von Zuschüssen, Spenden und einem Eigenanteil der älteren Spielleute konnten in diesem Jahr 24 maßgeschneiderte Uniformjacken ihren stolzen Trägern übergeben werden.

 

 

 

Führungswechsel:

 

Nach über dreißig Jahren erfolgreicher Führung des Zuges legte Bubi Fabig sein Amt 1996 in jüngere Hände. In Anerkennung seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenstabführer ernannt. Die Ausbildung der Nachwuchstrommler führt Bubi noch bis heute weiter!

 

Seine Nachfolgerin wurde unsere seit dieser Zeit amtierende Stabführerin Sigrid Klepsch. Unter der neuen Leitung gibt es natürlich auch einige Veränderungen, so wird das Repertoire durch flottere Unterhaltungsstücke erweitert und das Verhältnis zu anderen Spielzügen noch offener und freundschaftlicher. Die Funktion des stellvertretenden Stabführers übernahm der bereits einige Jahre als Tambour aktive Spielkamerad Christian Flitter.

 

 

 

1999: Ein hartes Jahr!

 

Aus beruflichen und privaten Gründen verließen viele gute Spielleute 1999 den Zug. Doch mit eisernem Willen, einer enormen Kraftanstrengung aller verbliebenen Mitspieler und durch die Unterstützung Ehemaliger war es möglich, den Leistungsstand zumindest annähernd wieder herzustellen und alle Spielverpflichtungen zu erfüllen. Neuer stellvertretender Stabführer wurde Peter Reyelts.

 

So wurde die bereits seit zwei Jahren geplante 2-Tages-Fahrt nach Bottrop, zu „Warner Brothers Movie World“ zum verdienten Ausgleich für den geleisteten Einsatz.

 

 

 

Schurri!

 

Im Gegensatz zu den auch hier geläufigen Karnevalsrufen „Helau“ und „Alaaf“ wird in Volkmarsen voller Inbrunst „Schurri“ gebrüllt! Wir nahmen bisher dreimal an den Rosenmontagsumzügen in Volkmarsen teil und es war jedes Mal für sich ein unvergessliches Erlebnis! Unser erster Einsatz war im Jahr 2000, danach folgten noch die nur eintägige Teilnahme 2001 und 2003 dann wieder zwei Tage.

 

Bei den beiden letzten Einsätzen in Volkmarsen waren auch Kameradinnen und Kameraden vom Spielmannszug Westercelle dabei, zu denen bereits 1998 die Kontakte verstärkt wurden. Gemeinsame Übungsabende bildeten die Grundlage für gegenseitige Unterstützung und Austausch. Darüber hinaus fördern gemeinsame Freizeitveranstaltungen die immer noch bestehende Freundschaft.

 

 

 

Hohe Ehre für unseren Ehrenstabführer!

 

Das Schützenfest 2000 hatte für unseren Ehrenstabführer Richard Fabig einen ganz besonderen Höhepunkt. Aus den Händen des Kreismusikleiters und stellvertretenden Landesmusikleiters Werner Hahnraths erhielt Bubi die Ehrenmedaille in Gold mit Ehrenurkunde vom BDBV (Bund deutscher Blas- und Volksmusik). Bubi war erst der Zweite im KSV Celle Stadt und Land e.V., der diese hohe Auszeichnung erhielt. Tief gerührt nahm er die Glückwünsche der anwesenden Festteilnehmer entgegen.

 

 

40 Jahre Spielmannszug Scheuen – 50 Jahre Schützenverein Scheuen:

 

Im Jahr 2003 stand wieder ein großes Jubiläum an. Diese runden Geburtstage sollten natürlich gebührend gefeiert werden! Die Vorbereitungen begannen bereits im Frühjahr 2001. Der Festausschuss hat einmal im Monat getagt und so manches Mal auch genächtigt. Viele Ideen wurden vorgetragen, manche auch wieder verworfen, aber Anfang 2002 stand das Grundgerüst!

 

Der Spielmannszug eröffnete das Jubiläumsjahr am 22. Februar 2003 mit einer gelungenen Karnevalsparty. Viele Gäste kamen in tollen Kostümen und wie es sich für eine echte Karnevalsfeier gehört, hatten wir hochkarätige Gäste eingeladen. So durften wir uns neben dem Besuch der „rheinischen Vereinigung“ auch über die „Opvolgers“ aus Bergen und die „Volkmarser Karnevalsgesellschaft“ freuen.

 

Zum viertägigen Jubiläumsschützenfest wurden viele neue Stücke eingespielt, von denen einige ihren festen Platz in unserem Repertoire bekommen haben. Die musikalische Zeitreise am Kommersabend wurde ein voller Erfolg!

 

 

 

Gegenwart:

 

 

 

Neben dieser Vielzahl besonderer Ereignisse wird die Arbeit im Spielmannszug im Wesentlichen von den wöchentlichen Übungsabenden und zahlreichen Auftritten an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Anlässen geprägt.

 

Der Spielmannszug nahm in den vergangenen 42 Jahren an fast allen Kreismusikfesten und auch an Treffen auf Landesebene teil. Unser Repertoire umfasst mittlerweile über 40 regelmäßig gespielte Stücke und wird ständig erweitert, aber auch überarbeitet.

 

Zusätzlich zur Ausbildung im Spielmannszug nehmen Spielleute immer wieder an Ausbildungen auf Kreis-, Landes- und auch auf Bundesebene teil. Ein weiteres Engagement liegt im 2002 gegründeten Kreisspielmannszug, in dem zwei unserer Flötisten mitspielen.

 

Besonders freuen wir uns, über den Rückhalt und die Unterstützung, die wir von unseren Schützen bekommen. Viele Mitglieder sind für uns da und unterstützen uns nicht nur beim Wecken am Schützenfestsonntag.

 

Im Laufe der Jahre ist eine eng zusammenstehende Gruppe entstanden, die auch in harten Zeiten sowohl freundschaftlich, als auch musikalisch zusammenhält. Dieser enge Zusammenhalt ist die beste Voraussetzung für ein erfolgreiches Weiterbestehen des Spielmannszuges Scheuen.

 

 

 

Wenn Sie weitere Informationen zur Geschichte des Spielmannszuges und des Schützenvereins Scheuen haben möchten senden wir Ihnen gern die Vereinschronik zu. Die Chronik wurde 2003 anlässlich der Jubiläen "50 Jahre Schützenverein Scheuen" und "40 Jahre Spielmannszug Scheuen" verfasst und herausgegeben. Wir berechnen € 6,50 je Chronik inklusiv Versand.

 

Letzte Änderung dieser Seite: 01.05.2006